Die 9 Gebote der bayrischen Justiz
Das Bild rechts zeigt eine Tafel, die sich über dem Eingang des Justizpalastes in der
Prielmeyerstraße in München befindet.
Das Foto ist von der Haltestelle 'Prielmeyerstraße' der Trambahn-Linie 19 aus aufgenommen.
Wir sind von einem Bekannten auf dieses Kuriosum hingewiesen worden - Dank an Antonín Andert.
Was hat es damit besonderes auf sich? Auf den ersten Blick zeigt die Tafel die römischen Zahlen I bis III und V bis X - es fehlt also die IV.
Antonín ist der Sache nachgegangen und hat folgendes herausgefunden:
Die Tafel zeigt die biblischen 10 Gebote (2.Mos.20). Na ja, beinahe - es fehlt das Gebot Nummer IV 'Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.'
Die Erklärung für das Fehlen des 4. Gebotes ist demnach:
Es gab zur Zeit der Errichtung des Justizpalastes, im Gegensatz zu allen anderen biblischen Geboten, keinen Paragrafen, der sich mit Übertretungen des 4. Gebotes befasst hätte. Deswegen fehlt die IV auf der Tafel.
Der Justizpalast ist ein Bau von Friedrich von Thiersch, der 1887-1897 an und in diesem Gebäude alles bis zum letzten Wasserhahn entworfen und nichts dem Zufall überlassen hat.